Der Sonne entgegen
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Kennen Sie die griechische Sage von Daidalos und Ikaros? Beide bauen sich aus Federn und Wachs Flügel. Sie wollen zusammen von der Insel Kreta fliehen. Nachdem die Flügel fertig waren, stießen sie sich von der Erde ab und schwangen sich in die Luft. Daidalos hatte seinen Sohn Ikaros zuvor ermahnt: „Fliege nicht zu nah an die Sonne!“ Doch Ikaros, begeistert von seinem Flug, genoss die Freiheit in der Luft und flog höher und höher. Das Wachs wurde flüssig in der Hitze der Sonne, die Federn machten sich selbständig und Ikaros stürzte ab in die Meeresfluten.
So ist das mit der Sonne. Wir alle sehnen uns nach ihr. Gerade in diesen Tagen genießen wir den Sonnenschein. Es zieht uns nach draußen auf die Terrasse. Wir sitzen in Straßen-Cafes, am Strand oder an der Küste mit Blick auf das blaue Meer. Wir genießen, die warmen Strahlen auf der Haut zu spüren und das Gesicht in die Sonne zu halten. Touristen freuen sich auf einen Flug zu uns an die Costa Blanca, in den sonnigen Süden. Wir fliegen natürlich nicht mit selbstgebastelten Flügeln mit Wachs, sondern mit dem Flugzeug der Sonne entgegen.
Die Sonne ist aber nicht nur ein Lebensgefühl. Sie ist lebensnotwendig. Kein Wachstum ohne Sonnenlicht. Die Pflanzen, die Natur, ja die ganze Welt braucht die Energie, die ihr die Sonne einflößt. Heute wissen wir sogar Strom aus der Sonnenenergie zu ziehen.
Auch in der Bibel lesen wir etwas von der Sonne. So heißt es z.B. in Psalm 84: „Gott der Herr ist Sonne und Schild.“ Ob unsere tiefe Sehnsucht nach Sonne in Wirklichkeit eine tiefe verborgene Sehnsucht nach Gott ist? In Gottes Nähe kann unser Leben in übertragenen Sinn anfangen zu blühen und zu wachsen. Gott gibt unserem Leben die Energie, die wir zum Leben brauchen. Einige genießen es, auf der Kirchenbank zu sitzen, die Strahlen des Heiligen Geistes warm ins Leben hineinfließen zu lassen und Gott das eigene Angesicht zuzuwenden. Und das Schönste: Gott lässt uns nicht abstürzen. Nein, genau umgekehrt: Wenn wir in unserem Leben abgestürzt sind, will er uns aufrichten. Gott möchte unser Leben hell und warm machen. Bei Gott finden wir in unserem Leben den Platz an der Sonne!
„Gott der Herr ist Sonne und Schild.“ Ich wünsche Ihnen, dass sie etwas davon in Ihrem Leben spüren – egal, wo Sie sind; sei es im eigenen Garten in Deutschland oder bei uns im sonnigen Süden an der Costa Blanca!
Eine schöne Sommerzeit wünscht Ihnen
Ihr Pfarrer Markus Freitag
